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An Ricardo Izecson dos Santos Leite, genannt Kakà, eine Schwäche zu finden, ist fast unmöglich. Alle halten den bleichgesichtigen Brasilianer mit den dunkel umflorten Augen für den Prince charming des Weltfussballs, für den derzeit besten Spieler, auch sein Landsmann und Fernkonkurrent Ronaldinho. Das Magazin «Vanity Fair» hat nach dem Triumph Kakàs mit der AC Milan in der Champions League die abgegriffene Geschichte ausgegraben..., 2007 Giugno
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NZZ Online: Apropos Kakàs umflorte Augen

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09 Giugno 2007

9. Juni 2007, Neue Zürcher Zeitung
An Ricardo Izecson dos Santos Leite, genannt Kakà, eine Schwäche zu finden, ist fast unmöglich. Alle halten den bleichgesichtigen Brasilianer mit den dunkel umflorten Augen für den Prince charming des Weltfussballs, für den derzeit besten Spieler, auch sein Landsmann und Fernkonkurrent Ronaldinho. Das Magazin «Vanity Fair» hat nach dem Triumph Kakàs mit der AC Milan in der Champions League die abgegriffene Geschichte ausgegraben, dass der strenggläubige Protestant und seine Gefährtin Carolina ihre Unschuld erst in der Hochzeitsnacht verloren haben.
Wahr ist auch: Er tanzt nicht Samba. Er leidet nicht an Saudade, dem brasilianischen Heimweh. Er liebt auch den Karneval von Rio da Janeiro nicht besonders (er kommt aus São Paulo), aber er mag Lugano, das Rio des Tessins. Wie andere die Sportzeitung liest er jeden Tag die Bibel.
Eine Schwäche? Vielleicht dieses ausweichend Zögerliche bei Kopfbällen. Verständlich, denn er trägt Kontaktlinsen, auch im Spiel, und sieht, wie er erklärte, dennoch alles durch einen leichten Schleier. Am letzten Mittwoch hat sich Kakà am Poliambulatorio chirurgico in Modena von Dottor Angelo Appiotti die Augen per Laseroperation richten lassen. Der Patient habe an leichter Kurzsichtigkeit und einer Form von Astigmatismus gelitten, hiess es im Arztbulletin, der Eingriff sei problemlos verlaufen und Kakàs Sehfähigkeit habe sich innert zwölf Stunden um zehn Prozent verbessert. Astigmatismus bedeutet: Abbildungsfehler der Linsen, Brennpunktlosigkeit, hervorgerufen durch anormale Wölbung der Hornhaut, also ungenaue Sicht.
Ein kurzsichtiger, astigmatisch behinderter 25-jähriger Goalgetter hat in der Champions League zehnmal getroffen, obwohl er den Ball, die Mitspieler, die Gegner, das Tor, den Schiedsrichter, das Publikum nur getrübt wahrnahm. Hat er in Wirklichkeit gar nicht richtig hingeschaut, wenn er wie schlafwandlerisch zu seinen genialen Schüssen ausholte? Ist das Ballgfühl, der Instinkt ebenso wichtig wie das Augenmass? Oder werden wir nun den neuen, vollends unwiderstehlichen Kakà bewundern können, den mit dem klaren Blick, der nach der Sehkorrektur noch millimetrischer operiert?
Peter Hartmann download |
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